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Extrem im Netz

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Ein Leben ohne Internet: Für viele von uns ist das undenkbar. Innerhalb weniger Jahre hat das Netz unsere Welt extrem verändert. Die guten Seiten und die schlechten trennt dabei oft nur ein Klick.

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Ein Leben ohne Internet?

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Stellen wir uns vor, wir könnten das Internet nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nutzen: Was würde uns dabei am meisten fehlen?

Ich mache den Selbsttest. Wofür nutze ich das Netz vor allem?

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Handy, Tablet, Laptop: Wir sind (fast) immer „ON“.
Genauso wie (fast) alle anderen.

Wie viele Freunde, Follower und Likes habe ich? Was stelle ich nicht ins Netz? Warum nicht? Und was erlebe ich online?

"Truth be told" heißt die neue klicksafe-Videoreihe.

Mein Leben online … Wie ist das?

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Alle Bereiche unseres Lebens gibt es auch digital. Informationen verbreiten sich blitzschnell über das Netz. Einen großen Teil des heutigen Weltwissens können wir jederzeit, kostenlos und überall mobil abrufen. Und allem voran ist das Internet ein Riesen-Wirtschaftsmotor.

Wie kommuniziere ich: Vor allem noch auf dem direkten, persönlichen Weg? Oder  mehr übers Handy, WhatsApp, Facebook, Instagram, Twitter und Snapchat?

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Im Netz gibt es alles: auch süße Baby- und private Urlaubsfotos, Pornos, gefilmte Saufgelage, Hetze von Rechtsextremen und Islamisten, schräge YouTube-Videos und ohne Ende Promi-Tratsch- und Klatsch. Um aufzufallen und Likes zu bekommen, sind oft alle Mittel recht.

Was like ich?

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Horx
Matthias Horx (geboren 1955 in Düsseldorf) gilt als einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum. Nach einer Laufbahn als Journalist (bei der Hamburger ZEIT, MERIAN und TEMPO) gründete er zur Jahrtausendwende das „Zukunftsinstitut”, das heute zahlreiche Unternehmen und Institutionen berät.
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Digitaler Stress: Wir sind „überreizt und übervernetzt“ sagt Deutschlands einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Zum Safer Internet Day hat er klicksafe ein Interview gegeben.  


Die Stimmung im Land und in den Medien ist aufgeladen – auch online sorgen Hassbotschaften, Überwachung, Sexting für Unruhe: „Extrem im Netz“ lautet das Schwerpunktthema zum diesjährigen Safer Internet Day. Läuft unsere Kommunikation im Netz gerade aus dem Ruder?

Matthias Horx: Das kann man so sagen. Das Internet hat, zumindest in seinem direkt-kommunikativen Teil, sein revolutionäres Versprechen nicht gehalten, es hat uns, die wir damit aufgewachsen sind, bitter entäuscht. Was wir lange nicht verstanden haben: Es reflektiert eben auch die bösen, die niederträchtigen Interessen der Menschen, verstärkt die hysterischen Züge. Für unsichere Menschen funktioniert es wie eine Art Verstärker für ihre schlechte Laune oder ihren Hass. Für narzistische Menschen ist es ein Selbstdarstellungs-Instrument, in dem man grenzenlos Aufmerksamkeit generieren kann - scheinbar. Das soziale Internet ist eine Art Amoklandschaft für Emotionen geworden, und das verdirbt und vergiftet inzwischen auch wichtige gesellschaftliche Debatten.


Hauptsache auffallen, lautet die Devise im Internet. Klickzahlen, Follower und Likes sind die Währung. Inwiefern überträgt sich unsere Online-Kommunikation auch auf unser Leben offline?


Matthias Horx: Wenn wir rund um die Uhr bedingungslos im Netz präsent sind, macht uns das auf eine spezifische Weise nervös und unsicher. Weil wir zwar in einem Meer von Impulsen “baden", uns aber keiner dieser “links” wirklich sicher sein können. Menschen sind Bindungs- und Beziehungswesen, und das Netz SIMULIERT erst einmal diese Bindungen, lässt uns dann aber im Regen stehen. Es ist wie mit Light-Zigaretten oder anderen Ersatzstoffen: Man bekommt nicht das Reale, und dann muss man zu immer höheren Dosen greifen… Es ist einfach ein Suchtproblem. Das soziale Netz gibt uns leere Informationen, es scheint uns eine Möglichkeit zu geben, unseren Wirksamkeits-Radius auszudehnen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Wir können flirten, ohne dass es “gefährlich” wird. Wir können Hass artikulieren, ohne eins auf die Fresse zu kriegen. Aber dabei verlernen wir im Grunde das Flirten, und wie es wirklich ist, Gewalt auszuüben. Wir züchten intrinsische Feigheit. Und wir wissen nie, wem wir vertrauen können. Dagegen hilft nur: Zurück in den meatspace! Mit einem analogen Blick und einer realen Umarmung kann man eben immer noch viel mehr sagen als mit 100.000 Likes.


Was meinen Sie, wenn Sie sagen, wir seien heute „übervernetzt“? Wird unser Umgang mit dem Internet noch „extremer“?

Matthias Horx: Nein, es gibt eine klare Gegenbewegung, wir stehen vor einer "Digitalen Revision”. Wir lernen langsam und mühsam, balanciert mit den Möglichkeiten der kommunikativen Vernetzung umzugehen. Dazu gehört: Hin und wieder digitale Diät, sich nicht dauernd stören lassen, Erreichbarkeit dosieren, klar kommunizieren, Regeln einhalten - früher hieß das “ Nettiquette". Vielleicht ist es auch ganz normal, dass Technologien immer erst eine “Katastrophen- und Erlernenszeit” brauchen, am Anfang des Auto- und Flugverkehrs gab es auch bizarr viele Unfälle. Aber irgendwann lernen wir den balancierten Umgang, wir “zähmen” die Technologie durch andere soziale Verhaltensmuster. Wir nennen das auch den OMLINE-Effekt. Die Meditations-Silbe OM statt des ewigen ON!


Ein Blick in die Zukunft: Der Safer Internet Day: 2026. Was wird dann möglicherweise ein passendes Schwerpunkt-Thema sein?

Matthias Horx: Vielleicht ähnelt der Tag dann eher einer heutigen Modellbahn-Messe. Viele ältere Leute, die sich nostalgisch an die guten, alten, aufgeregten Zeiten erinnern...

Interview: Stephan Tarnow















Horx
Matthias Horx (geboren 1955 in Düsseldorf) gilt als einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum. Nach einer Laufbahn als Journalist (bei der Hamburger ZEIT, MERIAN und TEMPO) gründete er zur Jahrtausendwende das „Zukunftsinstitut”, das heute zahlreiche Unternehmen und Institutionen berät.
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Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. So heißt es oft. Doch soll das Netz überhaupt „von oben“ reguliert werden? Und wer hat im Blick, was knapp vier Milliarden User weltweit veröffentlichen?

Immer wieder wird das Internet mit dem Regenwald verglichen: Unüberschaubar, nicht regierbar! Cyberkriminalität, Hasskommentare, Onlinespionage: Freiwillige Selbstkontrollen allein reichen hier nicht aus.

Will ich mich damit abfinden? Was ist mein Beitrag, das Internet „besser“ zu machen?

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Bundesjustizminister Heiko Maas zur Gründung der Taskforce: „Fremdenfeindliche und rassistische Hassbotschaften, die gegen Strafgesetze verstoßen, müssen schneller und umfassender aus dem Netz verschwinden. Die Meinungsfreiheit schützt auch abstoßende, geschmacklose und hässliche Äußerungen. Das gehört zu unserer streitbaren Demokratie. Klar ist aber: Die Grenze ist dort erreicht, wo es um Gewaltaufrufe oder um Angriffe auf die Menschenwürde geht, die als Volksverhetzung strafbar sind. Wir dürfen den geistigen Brandstiftern nicht das Feld überlassen – weder auf der Straße noch im Netz."
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Taskforce gegen Hassbotschaften

Seit Mitte des letzten Jahres gibt es immer mehr Hassbotschaften im Netz. Kritik wurde dabei auch an den Betreibern der Internetplattformen wie Facebook laut, die zum Beispiel fremdenfeindliche Kommentare lange nicht löschten. Deshalb richtete Bundesjustizminister Heiko Maas im September die Task Force „Umgang mit rechtswidrigen Hassbotschaften im Internet“ ein, an neben Vertretern von Facebook, Google auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie klicksafe, eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), jugendschutz.net, die Amadeu-Antonio-Stiftung (Netz gegen Nazis) sowie der Verein „Gesicht zeigen!“ beteiligt sind.

Gefordert wird, dass die Nutzer sozialer Plattformen auf anwenderfreundliche Melde-Tools zurückgreifen können sollen. Zudem wird bei der Überprüfung von Hassbotschaften künftig deutsches Recht gelten und rechtswidrige Inhalte sollen nach 24 Stunden gelöscht werden.

Inzwischen hat Facebook die europäische „Initiative für Zivicourage Online“ ins Leben gerufen, um Hassreden und Extremismus im Netz zu bekämpfen. Mit einem rund 100-köpfigen Team wird Facebook künftig von Deutschland aus auch aktiv gegen Hasskommentare im Netz vorgehen.

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Bundesjustizminister Heiko Maas zur Gründung der Taskforce: „Fremdenfeindliche und rassistische Hassbotschaften, die gegen Strafgesetze verstoßen, müssen schneller und umfassender aus dem Netz verschwinden. Die Meinungsfreiheit schützt auch abstoßende, geschmacklose und hässliche Äußerungen. Das gehört zu unserer streitbaren Demokratie. Klar ist aber: Die Grenze ist dort erreicht, wo es um Gewaltaufrufe oder um Angriffe auf die Menschenwürde geht, die als Volksverhetzung strafbar sind. Wir dürfen den geistigen Brandstiftern nicht das Feld überlassen – weder auf der Straße noch im Netz."
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Für ihre Aktion #NoHateSpeech-Aktion bekommt die Landeszentrale für Medien NRW (LfM) viel Zuspruch. Die Videos zur Kampagne wurden vom TV-Lernsender nrwision produziert.

Der LfM-Appell: „Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Hetze dürfen auch im Internet keinen Raum finden. Diffamierungen sind zu verurteilen und dürfen nicht heruntergespielt oder verharmlost werden. Hasserfüllte Kampagnen im Netz sind Katalysator realer Gewalt. Gerade die aktuellen politischen Debatten und Geschehnisse rund um die Flüchtlingssituation zeigen, dass Hatespeech und reale Gewalt oft nah beieinander liegen."

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Der beste Schutz im Netz ist: sich schlau machen. Und wissen, was man tut. Denken bevor man postet. Privates privat halten. Und das Netz nicht einfach denen überlassen, die es missbrauchen: Hatern, Datendieben, Extremisten … Es ist unser Internet.

Wie sichere ich meine Daten? Was tun bei Cybermobbing? Sexting, worauf muss ich achten? Wie reagiere ich auf Extremismus im Netz? Antworten darauf finde ich auch im Netz, unter anderem bei klicksafe.de.

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Schwerpunktthema Cybermobbing

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Schlecht über andere reden, das gab es schon immer. Doch heute werden Boshaftigkeiten und Beleidigungen immer öfter oft auch online verschickt. Mehr als ein Drittel der Jugendlichen (38%) sagen, dass jemand aus ihrem Bekanntenkreis schon mal im Netz beziehungsweise über das Handy fertiggemacht wurde. 14% der befragten Kinder und Jugendlichen geben an, dass man von ihnen bereits ohne Erlaubnis peinliche Fotos und Videos ins Internet gestellt hat. 17% der zwölf- bis 18-Jährigen berichten, auch über sie sei online bereits Falsches oder Boshaftes behauptet worden (Quelle: JIM-Studie 2014).
 
Ist doch nur ein Spaß?!

Klar, nicht jeder böser Kommentar im Netz ist ja gleich Mobbing... Also kein Problem? Von denen, die Gemeinheiten über andere verbreiten und denen, die – manchmal auch ohne darüber nachzudenken – einfach mitmachen, wird das Ganze meist heruntergespielt. Dann heißt es: „Ist doch nur Spaß…“ und „Über jeden wird doch Mal hergezogen…“ Das Netz macht es ihnen leicht. Hier kann man sich über andere lustig machen und trotzdem anonym bleiben. Die, die über WhatsApp, Facebook und Co. ausgeschlossen und bloßgestellt und manchmal sogar bedroht werden, stecken das hingegen meist nicht so leicht weg. Anders als früher hört das Mobbing nicht in der Schule, in der Uni oder am Arbeitsplatz auf. Das Handy und das Internet sind immer auf Empfang. Egal wo, egal wann: Es ist wie ein Dauerfeuer. Und es ist schwer, da allein rauszukommen. „Zögert nicht. Lasst euch helfen“, lautet deshalb die zentrale Antwort für die Opfer von Cybermobbing. Auch die von Jugendlichen für Jugendliche entwickelte, neue Cyber-Mobbing-Erste-Hilfe-App von klicksafe macht den Betroffenen entsprechend Mut und gibt ihnen Tipps wo sie Hilfe finden und wie sie gegen die persönlichen Beleidigungen im Netz vorgehen können.
 
 
 Wenn die Hemmschwelle aussetzt …

Gemeinheiten, Hass, Rassismus und Shitstorms: Das Internet ist voll davon. Strafrechtlich verfolgt werden solche Ausfälle aber nur selten. Was haben die, die hier heftig austeilen, also schon zu verlieren? Im Netz scheint die Grundregel nicht zu gelten, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung da aufhört, wo andere beleidigt und bedroht werden. Versteckt hinter Pseudonymen und in geschlossenen Gruppen ist man für das vermeintliche Opfer der Attacke nicht sichtbar. Die Hemmschwelle sinkt, und so heißt es: Einfach mal richtig vom Leder ziehen. Was ist schon dabei…?! Bei der Kommunikation im Internet fehle es oft an Mitgefühl, an „digitaler Empathie“, sagt Prof. Dr. Dirk Heckmann, Experte für Internetrecht von der Universität Passau. Auch die US-Soziologin Sherry Turkle ist überzeugt, dass die zunehmende Online-Kommunikation Auswirkungen darauf habe, wie wir insgesamt miteinander umgehen. „Die Menschen sind so hektisch dabei, sich mit so vielen zu verbinden, dass sie verlernen, sich zu unterhalten. Eine persönliche Unterhaltung findet in Echtzeit statt: Man kann nicht steuern, was passiert. Als Psychologin weiß ich, dass das Gespräch der Schlüssel zur Empathie ist“, sagt sie in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (30.1.2016). Mit großer Sorge beobachte sie, wie die Empathie-Fähigkeit gerade bei jungen Leuten zunehmend sinke.
 


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Über Mobbing muss gesprochen werden. Dafür sorgt auch der neue Kinofilm von Emilia Schüle („Tod den Hippies – Es lebe der Punk“, „Freche Mädchen“) und Jannik Schümann („Mein Sohn Helen“, „Spieltrieb“). "LenaLove" ist ein Thriller und eine Lovestory.

Erzählt wird die Geschichte von Lena, die in einer schicken Vorstadtsiedlung lebt und sich dort zunehmend unverstanden fühlt. In Tim findet sie einen Seelenverwandten. Doch als sie wenig später ihrem neuen Chatfreund Noah ihr Herz ausschüttet, nimmt die Geschichte ihren eigenen Lauf.

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Emilia Schüle

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Rund jeder dritte Jugendliche (33 Prozent) hat online schon einmal Nacktbilder geschickt bekommen. Sechs Prozent der Jugendlichen kennen persönlich jemanden, der oder die mit solchen Fotos schon einmal erpresst wurde. So die Ergebnisse einer Studie von Safer Internet.at 2015 in Österreich.

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Plattform für Extremisten

Rechts oder Links - Extremisten verfolgen im Netz klare Ziele
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Extremisten verfolgen in der Regel klare Ziele. Und um ihre demokratiefeindlichen und oft menschenverachtenden Ideen zu verbreiten, ist das Internet bestens geeignet. Um neue Anhänger zu gewinnen, nutzen sie vor allem die zahlreichen Social-Media-Angebote. Denn bei Facebook, WhatsApp, YouTube, Twitter & Co. finden sie genau die jungen Leute, die sie erreichen wollen. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene sind oft auf der Suche nach Antworten, was ihre Identität, Zugehörigkeit, Überzeugungen und ihren Glauben betrifft.

Sich auflehnen? Eine radikale Haltung vertreten? Sich Gruppierungen anschließen, die für etwas stehen, die Abenteuer und Aufregung versprechen. Das klingt für viele erst einmal verlockend. Meistens wird die Radikalisierung von Jugendlichen nicht durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst. Vielmehr ist es ein Prozess, bei dem sie immer mehr in eine extremistische Szene hineingezogen werden. Gerade in jüngster Zeit sorgen islamistische Anwerber-Videos und rechte Hetze im Netz immer wieder für Schlagzeilen. Nicht nur in Deutschland, auch international sind die Videos, Posts und Kommentare mit extremistischen Inhalten inzwischen ein Problem, das sowohl von breiten Teilen der Bevölkerung als auch der Politik, den Jugendschützern, und den Medien sehr ernst genommen wird. Alle sind aufgerufen, der rechten und islamistischen Propaganda im Netz entgegen zu treten.


Rechtsextremismus - Subtiler Rassismus und offene Hetze

Rechtextreme nutzen YouTube-Videos, Facebook-Profile und Online-Events, um junge User zu ködern. Spaß und Unterhaltung sind dabei verknüpft mit rechtsextremen Botschaften. Viele Angebote sind stylish und geben sich einen rebellischen Anstrich. Zum Beispiel die "Identitären". Sie tarnen sich mit Slogans wie "Null Prozent Rassismus", die rechtsextreme Ausrichtung ist zunächst nicht zu erkennen. Parallel verbreiten Neonazi-Gruppen offen menschenverachtende Hetze und rufen zur Gewalt gegen Juden, Muslime, Sinti, Roma und Homosexuelle auf.

Nicht immer ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass hinter gut gemachten, zeitgemäßen Seiten rechtsextreme Inhalte stehen. Viele Webauftritte von Rechtsextremen sind betont harmlos. Sympathisch daherkommende junge Frauen und junge Männer werben z. B. für „mehr Demokratie“. Insbesondere parteilich organisierte Rechtsextreme geben sich oft bürgernah, ansprechbar und integer.

Auch mit Musikvideos, hämisch kommentierenden Memes (Bild-Text-Collagen) und verbreiteten Nachrichten über „Ausländergewalt“ sorgen Rechtsextreme im Netz dafür, die fremdenfeindliche Stimmung im Land anzuheizen. Flüchtlinge wurden als kriminelle, gewalttätige, bedrohliche "Schmarotzer" dargestellt, Gewaltphantasien geäußert und Attacken auf Asylunterkünfte gutgeheißen.

Wie anschlussfähig rechtsextreme Agitation an gesellschaftliche Debatten ist, zeigen die jüngsten Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte. Auf rechtsextremen Facebook-Seiten wie "Nein zum Heim" finden sich auch hunderte Statements szenefremder Personen, welche die Beiträge der Neonazis unterstützen oder gar verstärken.

Auszüge aus „Rechtsextremismus online – beobachten und nachhaltig bekämpfen“ (2015) von jugendschutz.net.

Rechts oder Links - Extremisten verfolgen im Netz klare Ziele
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Jedes Wort ein Treffer

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Erlaubt ist, was gefällt. So funktioniert das Netz. Um aufzufallen, ist kein Post zu doof und keine Challenge zu hart. Wer viele Klicks und Likes hat, muss ja was richtig machen … Oder?

Nein! Vieles, was im Netz zu sehen und zu hören ist, gehört da nicht hin. Wann müssen Beiträge gemeldet und von den Internetanbietern gelöscht werden?

Und: Wo sind meine Grenzen im Internet? An welcher Stelle sage ich: „Bis hier hin und nicht weiter“?

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Statement von Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka

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